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LeseAbend "Wie ein behindertes Kind lebt"

Ihre Geschichte zeigt, dass ein behindertes Kind wie jedes andere auch Wünsche, Träume und vor allem Freude am Leben hat. Der einzige Unterschied besteht in den Grenzen, die ihr durch ihre Behinderung gesetzt werden. Manchmal fühlt sich Kathrin allein, weil die Kinder aus der Nachbarschaft nicht mit ihr spielen. Da sie nicht sprechen kann, wissen die Kinder wohl nicht, wie sie sich verhalten sollen und gehen Kathrin deswegen aus dem Weg. Dabei ist es so leicht mit Kathrin zu spielen. Sie hat Spaß daran anderen beim Spielen zuzusehen, sie hört zu oder lässt sich vieles zeigen. Eine Textstelle hat uns alle besonders angesprochen: "Nicht lachen können ist schlimmer als nicht reden können."

Bei der Jause lasen wir noch "Lukas ist wie Lukas". Dieses Buch handelt von Lukas, der das Down-Syndrom hat. Er hat einen kleineren Bruder namens Tord. Als die anderen Lukas beim Fußballspielen nicht dabei haben wollen, stört Tord sein Bruder plötzlich. Ein Junge schreit Tord an: "Dein blöder Bruder ist einfach anders als wir!". Da sagt Lukas leise, aber deutlich "Lukas ist wie Lukas!" Und da erkennt Tord, dass er zu seinem Bruder halten will - auch wenn er anders ist.

Aus dem Buch "Wir sprechen mit den Händen" haben wir das internationale Fingeralphabet gelernt, welches zum Buchstabieren von Fremdwörtern, Namen oder Abkürzungen verwendet wird. Wir buchstabierten tatsächlich unsere Namen damit. Gebärden sind dagegen ganze Wörter oder Satzteile, die durch Handbewegungen dargestellt werden. Jedes Land hat seine eigene Gebärdensprache. Ball, Haus, Auto und Buch versteht man allerdings überall. Wir können nun diese vier Gebärden. Das Buch selbst gefiel vielen von uns nicht sehr - wohl auf Grund der Zeichnungen.

Der Rollstuhl von Klaus stand schon bereit, um darin Platz zu nehmen und zu fühlen, wie es ist, aufgekippt zu werden. Manche hatten dabei ein mulmiges Gefühl, andere fanden es angenehm. Jedes Kind konnte ausprobieren selbst mit dem Rollstuhl zu fahren - geradeaus, vor- und rückwärts. Das ging erstaunlich schnell und gut. Und natürlich versuchte ich es auch einmal.

Lisa meinte, dass dieses Thema sehr interessant war. Elisabeth fand es auch traurig und sie wünscht sich, dass niemand Behinderungen haben soll. Da dies eher unwahrscheinlich ist, sollten wir zumindest eine Welt schaffen, in der sich Menschen mit Behinderung frei und selbstständig bewegen können, einfache Sprache vorfinden und auf offene Menschen treffen, für die es selbstverständlich ist, dass auch sie ein Teil der Gemeinschaft sind.

Dieser LeseAbend brauchte einen fröhlichen und bewegten Abschluss und so entschieden wir uns einige Male den "Stopp-Tanz" zu machen. Alles Gute und herzliche Grüße eure Barbara